SIEBEN THESEN ZUM LEITBILD-UNWESEN
Wir, Klaus Schmidbauer und Ulrike Führmann, sind seit Jahren an der
Kommunikationsfront im Einsatz. Bei unserer Arbeit in Unternehmen
und Institutionen stoßen wir ständig auf Leitbilder, die viel Geld ge-
kostet, aber keinen Nutzen gestiftet haben. Die an sich gute Idee
des Leitbilds ist oft zur Beutelschneiderei verkommen. Darüber är-
gern wir uns mächtig. Mit sieben Thesen machen wir diesem Ärger
Luft und fordern zum Kurswechsel auf:
1. Von unten und oben. Leitbilder werden nicht von oben dirigiert.
Sie entwickeln sich aus einem gemeinsamen Erkenntnisprozess der
Mitarbeiter und sind mit Herzblut geschrieben. Die Chefetage hat nur
gleichberechtigt mitzureden.
2. Viel weniger ist mehr. Gute Leitbilder entstehen nicht in großan-
gelegten Befragungswalzen oder in endlosen Lenkungsausschusssit-
zungen, sondern in kompakten Workshops mit engagierten Mitarbei-
tern. Bei guter Vorbereitung reichen meist 1- 2 Arbeitstage, um ans
Ziel zu kommen.
3. Näher und individueller. Gute Leitbilder entwickeln eigenständi-
ges Profil und kleben nicht an methodischen Normen klassischer Leit-
bildentwicklung. Sie verstehen sich als Inspiration nicht als Instruktion.
4. Vollmundig wirkt halbherzig. „Wir übernehmen Verantwortung!“ –
„Integrität prägt unser Handeln!“ Bullshit! Gute Leitbilder verzichten
auf Worthülsen, Allgemeinplätze und Appelle. Sie basieren im Kern
auf einer identifikationsstarken Idee, die auf eine kurze, gewinnende
Formel gebracht wird.
5. Mitten im Leben. Gute Leitbilder stehen nicht auf dem Papier, son-
dern mitten im Leben der Organisation. Sie werden durch vitale inter-
ne Kommunikation tagtäglich aufs Neue gefordert und gefördert.
6. Leitbild lebt von Konzeption. Die interne Kommunikation kann das
Leitbild nur etablieren, wenn sie einer klaren konzeptionellen Linie
folgt. Der Kommunikationsalltag geht weg von Routine und Aktionis-
mus hin zur langfristig durchdachten Planung.
7. Immer in Bewegung. Gute Leitbilder sind keine erstarrten Sinn-
schemata. Sie verändern sich, fließen im Strom des Wandels mit und
bleiben so auf der Höhe der Zeit.
Die Thesen zum Leitbild können Sie herunterladen und verteilen. Wir
freuen uns auf einen Austausch und Dialog. DOWNLOAD
Berlin, September 2011.
Klaus Schmidbauer KONTAKT
Ulrike Führmann KONTAKT











